Coaching für Führungskräfte, Supervision für Coaches

Supervision und Coaching sind Begriffe für zwei Beratungsformate, die oft verwechselt werden. Oft werden die beiden Formen der Beratung auch nicht klar unterschieden, obwohl sie eine unterschiedliche Historie, unterschiedliche Ansprechpartner und unterschiedliche Einsatzgebiete haben.

Oft machen Berater auch beides, ohne den Ansprechpartnern die Unterschiede zu erläutern.
Im Folgenden sollen die Unterschiede deshalb noch einmal deutlich gemacht werden.

Was ist Supervision ?

Supervision ist die ältere Beratungsform. Sie wurde in den 70er Jahren in den USA entwickelt und war von Anfang an ein Format zur Unterstützung und Beratung von Professionellen, die mit Kunden*innen / Klienten*innen arbeiten.

Sie wurde für Sozialarbeiter und Psychotherapeuten eingesetzt und stellt heute einen Pflichtbestandteil jeder therapeutischen Ausbildung  in Deutschland dar (Psychotherapeutengesetz, ärztliche Weiterbildungsordnung).

Supervisoren müssen eine zertifizierte Ausbildung absolvieren und sich für die Tätigkeit als Supervisoren qualifizieren.

Was ist Coaching?

„Coaching ist die professionelle Beratung, Begleitung und Unterstützung von Personen mit Führungskräfte- / Steuerungsfunktionen und von Experten in Unternehmen / Organisationen. Zielsetzung von Coaching ist die Weiterentwicklung von individuellen und kollektiven Lern- und Leistungsprozessen bzgl. beruflicher Anliegen.“ (Definition des Deutschen Bundesverband Coaching e.V., DBVC).
Diese Beratung bezieht sich also auf die Führungskraft in Unternehmen und zielt auf die Verbesserung der Steuerung- und Leitungsfunktion.

Nach wie vor ist der Begriff Coaching berufsrechtlich nicht geschützt. Deswegen bemüht sich der DBVC um die Qualitätsstandards und die Professionalisierung des Coaching und der Coaches.

Dr. Astrid Schreyögg, Psychologin mit jahrelanger Supervision- und Coachingerfahrung schreibt:

„In der Supervision geht es darum, Leute zu beraten, die ihrerseits Klienten beraten, z.B. Psychotherapeuten oder Sozialarbeiter. Sie werden darin unterstützt, wiederum ihre Klienten möglichst gut beraten zu können.
Im Coaching hingegen geht es darum, Leute dahingehend fit zu machen, dass sie das System, in dem sie tätig sind, ,möglichst optimal steuern.“
(Coaching-Magazin, 4,2017, S. 14-21).

Warum brauchen Coaches Supervision ?

Wie beschrieben sind der Coaching Begriff und die Ausbildung zum Coach nicht geschützt. Unterschiedliche Wege und Qualitätsstandards führen nach Rom und zum Coach.
Fü die Professionelle Beratung sind aber Qualitätskriterien und eine zertifizierte Ausbildung notwendig. Darum bemüht sich der DBVC seit Jahren (s.o.).

Darüber hinaus brauchen aber Coaches, die eine abgeschlossene Ausbildung absolviert haben, eine Qualitätssicherung ihrer täglichen Arbeit.
Dazu sind Fort- und Weiterbildung ebenso notwendig, wie eine „Supervision“ der täglichen Arbeit mit Klienten und Führungskräften.

Das was für Psychotherapeuten und für die meisten anderen sozialen Berufen selbstverständlich ist, sollte es auch bei der intensiven Arbeit von Coaches als fester Bestandteil der Coaching-Praxis eingeführt werden:
eine Supervision zur Aufrechterhaltung der professionellen Unabhängigkeit, der Sicherung eines hohen Standards der Beratung.

Das dient gleichzeitig dem Coach, dem Ruf des Coaching und der Führungskraft, die sich coachen lässt.

Chefarzt a.D. coacht Ärzte

Wir Ärzte sind Spezialisten und Experten für individuelle Patienten* und Erkrankungen.
Im Studium, in der Weiterbildung zum Facharzt, in Klinik und Praxis erwerben wir detailliertes Wissen über Anatomie, Pathologie, Pathophysiologie, Krankheitsbilder und Therapiemethoden.

Was wir aber zu wenig lernen ist das Wissen über Organisationsentwicklung, Finanzierung von Krankenhausleistungen und ambulanten Behandlungen, Ökonomie, Personalführung und Personalentwicklung, über Change Management und über die unterschiedlichen Führungsstile.

Wenn wir dann in Führungspositionen kommen oder die eigene Praxis eröffnen, sind wir genau diesen Fragen ausgesetzt.

Jetzt machen uns Betriebswirtschaftler, Berater, Krankenkassen, der MDK und die KV das Leben schwer und Geschäftsführer bestimmen und begrenzen unsere Möglichkeiten, unser medizinisches Wissen so umzusetzen, wie  es für de individuellen Patienten notwendig ist, und stellen das medizinische Sinnvolle oder Notwendige unter ein ökonomisches Primat.

Spagat zwischen Qualität und Wirtschaftlichkeit

Das führt  immer wieder zu einem Spagat zwischen der medizinischen Qualität, (die nur wir Ärzte einschätzen können) und der Wirtschaftlichkeit, die uns von den Geschäftsführungen vorgegeben wird.
Diese unterschiedlichen Perspektiven führen im besten Fall zu positiven Kompromissen, in schwierigen Fällen zu Konflikten und leider auch immer wieder zu schwierigen Auseinandersetzungen.

Das helfen Coaching und Beratung. Und besonders hilfreich ist es, wenn der Coach als Arzt und Chefarzt a.D diese Probleme, Konflikte und Fragestellung aus eigener Erfahrung kennt.

Am 6.5.18 fand in Düsseldorf ein Seminar im Rahmen der Ausbildung zum Psychodynamischen Coach im DBVC-Institut für psychodynamische Organisationsentwicklung und Personalmanagement Düsseldorf e.V.  statt. Im Seminar ging es um die Bedeutung der Bindungsforschung von John Bowlby für das Coaching.

DBVC Dialogforum in Potsdam

Am 9. und 10.2.18 fand das 13. Dialogforum des DBVC in den Räumen der Deutsche Bahn Akademie in Potsdam statt.

Das Format der Dialogkonferenzen richtet sich, wie schon die vorhergegangenen Dialogforen, an die Fachexperten in Organisationen für das Thema Coaching.
Es dient zum Austausch zwischen Firmenkunden und Coaches des DBVC, dem führenden Coaching Verband in Deutschland.

Die hochaktuellen Themen befassten sich mit:

  • der Bedeutung des Coaching im Executive Development
  • kollegiales Coaching für Mitarbeiter
  • der Wirksamkeit von Online-Interventionen
  • der Digitalisierung und veränderten Arbeitswelten
  • und Action Learning im Unternehmen und Coaching

Die Ergebnisse wurden ausführlich in Arbeitsgruppen diskutiert.
Sie können aus Datenschutzgründen hier nicht weiter ausgeführt werden.

Chronischer Stress macht krank

Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass chronischer Stress eine Belastung für die körperliche und psychische Gesundheit ist.

Das wurde auch in mehreren wissenschaftlichen Vorträgen beim Symposium am 8. März 2017 im Gasteig eindrucksvoll belegt.

Sie dazu auch den Bericht von der Tagung zu“ Psychischer Gesundheit, Stress am Arbeitsplatz und Burnout“ auf dieser Seite.

Drei Jahre lange habe ich als Berater die Organisationsentwicklung und sechs Monate als kommissarischer Chefarzt im Interims-Management die Landkreis Passau Gesundheitseinrichtungen bei dem Aufbau einer neuen Abteilung mit Station und Tagesklinik unterstützt.

Für diesen Krankenhausträger habe ich 2012 das medizinische Konzept für eine neue psychosomatische Abteilung mit Station und Tagesklinik an zwei Standorten entwickelt.

Über mehr als zwei Jahre habe ich die Geschäftsführung der Klinik bei den Verhandlungen mit dem Ministerium, der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen (ARGE) und dem MDK beraten und unterstützt.

In kommissarischer Leitung habe ich das Konzept für sechs Monate als Interims-Manager vor Ort umgesetzt und die Abteilung in der Startphase geleitet.

Das umfasste alle Aufgaben des Abteilungsaufbaus und der Implementierung: von der Ausschreibung der Stellen, der Personalauswahl, der räumlichen Gestaltung, dem Aufbau der Strukturen (Strukturqualität), der Personalentwicklung, dem Organisationsaufbau, der Prozessgestaltung bis zum Qualitätsmanagement und der Vorbereitung des ersten externen Audits (DIN ISO 9001:2008).

Für diese komplexen Aufgaben im Interims-Management konnte ich auf meine 10jährige Führungserfahrung, mein Organisationsvermögen, die Erfahrungen in Personalführung und Changemanagement zurückgreifen.

Inzwischen ist das Projekt erfolgreich abgeschlossen.