„Unsere Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Kreisklinik Ebersberg arbeitet als psychodynamische Abteilung, die sich an der Richtlinienpsychotherapie orientiert (siehe dazu auch Psychotherapie-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschuss vom 18.4.2013).

Das heißt, dass wir psychoanalytisch begründete Therapieverfahren anwenden und das psychoanalytisch begründete Krankheitsmodell und die psychoanalytische Persönlichkeitstheorie für die Diagnostik und Behandlung von Patienten zu Grunde legen.

Wir arbeiten also mit der therapeutischen Beziehung, mit der Übertragung und Gegenübertragung und einer abstinenten therapeutische Haltung.

Unsere Grundannahme ist, dass unbewusste Faktoren das menschliche Denken, Handeln und Fühlen zentral beeinflussen.

Die Anfälligkeiten für bestimmte psychische Erkrankungen sind immer wieder in der Lebensgeschichte der Patienten begründet. (Die immer wiederkehrenden Themen drehen sich z.B. um die persönliche Autonomie, die Kontrollierbarkeit sozialer Beziehungen, Angewiesenheit auf soziale Eingebundenheit, Regulierung des Selbstwertes bzw. Anerkennung und Geltung in der geschlechtlichen Rolle).

Die psychoanalytische Persönlichkeitstheorie beschreibt außerdem, dass die mangelnde Fähigkeit zur Selbst- und Objektwahrnehmung oder Steuerung von Impulsen eine Folge früherer oder anhaltender deprivierender und/oder traumatisierender Lebensumständen sein kann.

Wir unterscheiden deshalb zwischen konfliktbezogenen und strukturbezogenen Störungsaspekten.

Die speziellen Wirkfaktoren psychoanalytisch begründeter Psychotherapie sind:

  • die Nutzung der therapeutischen Beziehung, um Konflikte, Strukturdefizite und Abwehrmechanismen des Patienten zu verstehen und bewusst zu machen
  • die Vermittlung von Einsicht und damit einhergehender verbesserter Kontrolle über Gefühle, Affekte und Impulse
  • Verbesserung der Selbstwahrnehmung und Integration von vorher abgewehrten Aspekten und Impulsen
  • Verbesserung der Realitätsprüfung.

Die Grundlagen psychodynamische Diagnostik und Therapie werden in den Abteilungs-Fortbildung allen Mitarbeitern1 gelehrt und in den Teamsitzungen, den Supervisionen und den Behandlungen angewandt.“ **

** Dieser Text ist ein Auszug aus den Standard-Prozeduren unserer Psychosomatischen Abteilung in Ebersberg in der aktualisierten Fassung vom 28.11.2014.